Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu und mit ihm die Zeit der musikalischen Rückblicke. Die Album-Jahrescharts 2023 sind veröffentlicht und bieten wieder einmal eine bunte Mischung aus altbekannten Gesichtern, Überraschungserfolgen und neuen Stars am Musikhimmel. Doch während manche Genres sich über steigende Beliebtheit freuen können, scheint ein anderes auf den ersten Blick ins Straucheln geraten zu sein: der deutsche Schlager.

Jahrzehntelang war der Schlager ein fester Bestandteil der deutschen Musiklandschaft, ein Garant für volle Konzerthallen und hohe Chartplatzierungen. Doch in diesem Jahr scheint der Wind etwas rauer zu wehen. Zwar haben es viele deutschsprachige Alben auch in diesem Jahr wieder in die Top 10 geschafft, doch das erfolgreichste Schlageralbum, „Perspektiven“ von Roland Kaiser, landete lediglich auf Platz 13. Ein Ergebnis, das nicht nur die Fans, sondern auch die Künstler*innen selbst überrascht haben dürfte.

Schlager auf Talfahrt: Top-Platzierungen bleiben aus

Besonders auffällig: Im Vergleich zum Vorjahr hat der deutsche Schlager deutlich an Boden verloren. Mit ihrem Album „Rausch“ konnte Helene Fischer 2022 noch einen sensationellen zweiten Platz in den Jahrescharts erzielen. Doch in diesem Jahr sucht man die „Königin des deutschen Schlagers“ vergeblich in den Top 10.

Auch andere Größen der Szene, wie Andrea Berg oder Semino Rossi, die in den vergangenen Jahren regelmäßig hohe Chartplatzierungen erreicht haben, sind in den Top 10 der Album-Jahrescharts 2023 nicht zu finden. Ein Trend, der sich auch auf den Konzertbühnen und bei den Ticketverkäufen bemerkbar macht.

Gründe für den Schlager-Dämpfer

Die Gründe für diesen Schlager-Dämpfer sind vielfältig. Zum einen hat das Genre in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen und damit auch eine breitere – und kritischere – Zielgruppe erreicht. Zum anderen hat die Corona-Pandemie die gesamte Musikbranche in eine Krise gestürzt, von der sich auch der Schlager nicht unberührt zeigt. Konzertabsagen und fehlende Live-Auftritte machen es den Künstler*innen schwer, ihre Musik an die Fans zu bringen und neue zu gewinnen.

Zudem hat sich die Musiklandschaft in den letzten Jahren stark verändert. Neue Genres und junge Künstler*innen drängen auf den Markt und machen den etablierten Größen Konkurrenz. Auch die Art und Weise, wie wir Musik hören und konsumieren, hat sich gewandelt. Streaming-Dienste und digitale Musikplattformen haben die traditionellen Vertriebswege abgelöst und das Musikgeschäft revolutioniert.

Schlager ist nicht tot, aber im Wandel

Trotz dieser Entwicklungen ist es zu früh, den Schlager totzusagen. Das Genre hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass es sich wandeln und an neue Gegebenheiten anpassen kann. Vielleicht ist das aktuelle Tief also nur eine vorübergehende Delle, ein Zeichen dafür, dass der Schlager sich erneut im Umbruch befindet. Und wer weiß, vielleicht überrascht uns das Jahr 2024 ja mit einer neuen Schlager-Queen oder einem neuen Schlager-König, die oder der das Genre zurück in die Top 10 führt.

Quelle: offiziellecharts.de

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