Der deutsche Schlager boomt und die Hitparaden sind voll von Stars, die unter dem Etikett „Schlager“ laufen. Das finden wir gut! Trotzdem stellen wir uns manchmal die Frage: Wer entscheidet eigentlich, welche Musikrichtung welchem Star zugeordnet wird? Wieso laufen Künstler wie Max Giesinger unter dem Label „Pop aus Deutschland“ und ein perfekt produziertes und vielseitiges neues Album von Helene Fischer bekommt den Stempel „Schlager“? 

Schlager ist nicht mehr peinlich!

Viele deutsch singende Künstler würden sich verwehren, dass ihre Musik als „Schlager“ bezeichnet wird. Dieser Reflex ist in der Musiklandschaft tief verwurzelt. Deutscher Schlager steht noch immer für schwülstig, provinziell produziert und ohne großen Anspruch. Dabei beweisen die Newcomer längst das Gegenteil. Stars wie Beatrice Egli, Vanessa Mai oder KLUBBB3 bringen qualitativ hochwertige Musik auf den Markt und kommen dabei vor allem (aber nicht nur) bei jüngeren Menschen gut an. Als Paradebeispiel gilt auch hier Helene Fischer. Ihre Platten stehen internationalen Produktionen um nichts nach. Im Moment kann kein deutscher Musiker ihr das Wasser reichen.

Und dann gibt es natürlich noch den deutschen Pop um Stars wie Andreas Bourani, Joris, Max Giesinger oder Silbermond. Moderne Songs mit romantischen Texten – aber als Schlager würde diese Musik niemand bezeichnen. Der neue deutsche Pop will cool und hipp sein. Dabei würden diese Künstler mit ihren Songs in z.B. TV-Shows mit Florian Silbereisen nicht groß aus der Reihe fallen.

Die Musikfans sind weiter als die Musikmacher!

Für die Musikfreunde spielt diese Einteilung zwischen Pop und Schlager meist gar keine Rolle mehr. Gehört wird, was Spaß macht. Da kommt nach einem Song von Vanessa Mai halt eine Ballade von Silbermond. Überraschend offen ist da der Sänger der toten Hosen. Campino sagte im Bahn-Magazin Mobil, dass seine Hymne „An Tagen wie diesen“ durchaus als Schlager bezeichnet werden könnte. Das ist eine erfrischend ehrliche Aussage des früheren Punkrockers.

Wahrscheinlich ist diese Diskussion auch einfach müßig. Musik ist Geschmackssache und bracht keine Schubladen! Das wird irgendwann auch mal die Plattenindustrie merken!

1 KOMMENTAR

  1. Hatte sich Campino nicht geweigert, als Helene Fischer auf ihrer „Farbenspiel“´-DVD eine Coverversion von „An Tagen wie diesen“ singen wollte ? Er war damals der Meinung, dass der Titel nicht zu Schlagern passen würde und jetzt die Kehrtwende ? Schon seltsam oder ?
    Vielleicht hat er sich ja auch an vergangene Werke zurück erinnert, ich sage bloß „10 kleine Jägermeister“, das war kein Punk, das war Schlager und jetzt zurück zu den Wurzeln, Campino, darf ich leicht grinsen ?

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