Helene Fischer: Ist so eine Aussage noch zeitgemäß?

Schlechtes Vorbild

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Helene Fischer ist uns aktuell mit einem fragwürdigem Posting auf Instagram aufgefallen. Konkret geht es um die Schließung des Flughafen Berlin-Tegel. In ihrem neusten Instagram Bild posted die erfolgreiche Sängerin eine Collage vom Flughafen-Tegel und schreibt dazu:
„Gestern! Letzter Flug von Berlin-Tegel! Historischer Flughafen-Moment! Ich mochte dich, Tegel, du warst unkompliziert, unkonventionell, nicht besonders imposant und schön, aber man wusste, was man an dir hatte! Auf den letzten Drücker den Flieger zu kriegen ging nur mit dir! Goodbye“.
Wir finden so eine Aussage ist nciht mehr zeitgemäß und aufgrund der Vorbildfunktion von Helene Fischer vielleicht sogar gefährlich. In jedem Fall aber ein Schlag ins Gesicht eines jeden Umweltschützers.

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Wer noch ins Flugzeug steigt, ist ein Klimasünder

„Wer noch ins Flugzeug steigt, ist ein Klimasünder“ titelte Zeit Online. Und tatsächlich ist es so, dass das Fliegen für etwa fünf Prozent der weltweiten klimaschädlichen Emissionen verantwortlich ist. Dennoch fliegen viele Leute – auch Kurzstrecken innerhalb von Deutschland. Dabei sollte jeder Mensch versuchen diese Emissionen einzusparen um auch unseren Kindern noch die Möglichkeit zu geben auf diesem Planeten zu leben. Doch Moment, wer verursacht diese Emissionen eigentlich hauptsächlich?

Müssen wir wirklich so viel fliegen, wie wir es tun, oder verleitet uns die Branche dazu?

„Müssen wir wirklich so viel fliegen, wie wir es tun, oder verleitet uns die Branche dazu?“ Eine entscheidende Frage, die Stefan Gössling, Professor an den Universitäten Lund und Linné und Ko-Herausgeber des Buchs „Climate Change and Aviation: Issues, Challenges and Solutions“ stellte. Tatsächlich ist es so, dass insbesondere Stars sehr viel fliegen. Das liegt ja auch irgendwo auf der Hand. Die Terminkalender unserer Schlagerstars sind oftmals sehr eng getaktet. Morgens ein Fernsehtermin in München und Mittags ein Interview in Hamburg. Das Flugzeug ist das schnellste Verkehrsmittel und auch viel bequemer als der Zug. Dennoch, „Individuell betrachtet, gibt es keine andere menschliche Aktivität, die in so einer kurzen Zeit so viele Emissionen verursacht wie die Luftfahrt, weil sie so energieintensiv ist“ ist sich Gössling sicher.

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Eine kleine fliegende Minderheit zu der Helene Fischer gehört fliegt

„Die Mehrzahl der Menschen fliegt nie bis selten. Laut Zeit-Online Lediglich drei Prozent der Menschheit sind im Jahr 2017 geflogen. Nur 18 Prozent haben überhaupt schon mal ein Flugzeug betreten. Einfach gesagt: Ein paar wenige Privilegierte fliegen das Klima kaputt.“, ist sich Zeit-Online sicher.

Helene Fischer gehört zu dieser kleinen Minderheit. Das ist tragisch und nicht auch nicht mehr zeitgemäß. Aber wir sehen ein, dass Helene Fischer auch nur ein Opfer ihrer Umstände ist. Die erfolgreiche Schlagersängerin ist nun mal der Topstar in Deutschland und ihre Karriere konnte nur die Ausmaße annehmen, die sie nun mal hat, weil sie oft und viel unterwegs war – und das ist nun mal nur mit Fluegzeug möglich. Aber muss man damit nun kokettieren? Muss man vor fast 800.000 Instagram Followern genau das zu Schau stellen. „Auf den letzten Drücker den Flieger zu kriegen ging nur mit dir!“ (Anm d. R.: Berlin-Tegel) Eine Aussage in der so vieles steckt. Das Eingeständnis eines vollen Terminkalenders (zu spät kommen) und die Tatsache das dies oft passiert ist, also viel geflogen wird. Junge Menschen, die sich Woche für Woche bei „Friday 4 Future“ für das Klima einsetzen, wird Helene Fischer mit so einer Aussage definitiv abschrecken. Eine Vorbildfunktion lässt die Sängerin leider vermissen.

Für alle Klimaschützer ist dieses Posting tragisch

Wir verstehen, dass für Helene Fischer der Flughafen Berlin-Tegel eine besondere Bedeutung hat. Sie hat bestimmt viele tolle Erinngerungen an diesen altehrwürdigen Flughafen. Erinnerungen die vielleicht auch mit ihrem Aufstieg zur Schlagerqueen Deutschlands zu tun haben. All das ist verständlich und all das will ihr auch keiner nehmen. Wirklich nicht! Aber ein Posting, auf der dieser Flughafen gefeiert wird, im Kontext der verheerenden Klimaprobleme die wir heute haben, wirkt ein wenig wie aus der Zeit gefallen und einfach tragisch falsch.

In eigener Sache

Wir möchten mit diesem Text Helene Fischer nicht angreifen oder auch nur negativ darstellen. Wirklich nicht. Es geht nur darum zum Nachdenken und zur Selbstreflexion anzuregen. Die Frage, ob das eigene Verhalten und die eigenen Taten wirklich immer gut sind, sollte sich jeder Mensch immer und immer wieders tellen. Besonders weil viele Stars ja auch eien Vorbildfunktion haben. Wenn Helene Fischer zu dem Resultat kommt, ihr Posting sei komplett unproblematisch, dann ist das natürlich auch für uns ok. Man muss nicht immer eine Meinung haben. Auch wir haben schon so manchen Mist geschrieben, wurden dafür von den Stars gerügt, haben uns Verhalten überdacht und haben den Kurs korrigiert – oder eben nicht. In diesem Sinne: Paßt auf euch auf!

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4 KOMMENTARE

  1. oh man… man kann auch echt überdramatisieren und dinge reininterpretieren… vorallem erstmal schön vorwürfe machen und dann sagen man will nicht angreifen und verurteilen…. erstmal auf sich selbst schauen

    • Es wurden nirgendwo Vorwürfe gemacht. Kritik an einem Verhalten ist kein Vorwurf. Aber da sieht man wie so etwas polarisiert. Wenn ich mich als Redakteuer von einer Aussage getriggert fühle, dann kann ich doch da drüber schreiben. Das ist es doch was eine pluralistische Gesellschaft ausmacht. Diese Meinung kann geteilt werden, oder sie kann anders bewertet werden. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Danke für dein Feedback!

  2. Solch eine heuchlerische „Kritik“ kann natürlich nur wieder in Deutschland, von einem selbstgerechten Zeit“journalisten“ kommen.
    Gerade diese Zunft setzt sich doch tagtäglich ins Flugzeug, um alle möglichen Leute zu interviewen, ohne irgendwelche Gewissensbisse. Und in unserem Lande muss man sich natürlich wieder an dem besten und sehr fleißigen Musikstar Helene Fischer
    abarbeiten. Man selber ist ja leider nicht so talentiert!
    Übrigens, die „Arbeiterführer“ Lafontaine und Wagenknecht leben in einer riesigen Villa und fahren regelmäßig ihren Porsche.
    Das stört diese Schreiberlinge ja gar nicht. Man tut oder möchte das ja auch.
    Und der Herr Kaiser schließt sich denen ohne Not auch noch an, anstatt die für ihre hinterlistigen Bosheiten zu kritisieren!

    Michael

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